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Blutegel - Die kleinen schwarzen Helfer

Ausleitung, Entgiftung, Reinigung, Humoral

Autor/in
Heilpraktikerin Mainz Heilpraktikerin in Mainz
Anne Stege
Alle Rechte des Textes liegen beim Autor/den Autoren.

Der Blutegel (Hirudo medicinalis) dient seit ca. 4.000 Jahren dem Wohle des Menschen. Anfang des 19. Jahrhundert war er durch übertriebenen medizinischen Einsatz fast ausgerottet. Inzwischen steht er in Deutschland unter Naturschutz und wird für den medizinischen Einsatz in speziellen Blutegelfarmen gezüchtet (z.B. ZAUG GmbH in Biebertal).

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Wie helfen uns Blutegel?

Blutegel enthalten in ihrem Speichel eine Vielzahl von Substanzen, die unterschiedlich wirken.
Hier die Wichtigsten:

Hirudin

  • Hemmung der Blutgerinnung
  • Anregung der Leukozyten (weiße Blutkörperchen, Bestandteil unserer Immunabwehr)

Calin

  • Hemmung der Blutgerinnung, setzt im Anschluss an die Wirkung von Hirudin ein und bewirkt die ca. 12-stündige Nachblutung, den gewünschten sanften Aderlass

Bdellin

  • entzündundungshemmend (antiphlogistisch)

Eglin

  • entzündundungshemmend (antiphlogistisch)

Orgelase (Hyaloronidase)

  • bewirkt die Ausbreitung der heilsamen Substanzen in das Gewebe
  • tötet Bakterien ab (bakterizid)

histaminähnliche Substanzen

  • weiten die Blutgefäße an der Saugstelle, bewirken dadurch eine verstärkte Durchblutung und den Eintritt der heilsamen Substanzen in das Gewebe

Zusammenfassung der Wirkungen

  • entzündungshemmend (antiphlogistisch)
  • bakterienabtötend (bakterizid)
  • gerinnungshemmend (antithrombotisch)
  • Verbesserung der Fließeigenschaften (Viskosität) des Blutes durch Blutverdünnung
  • Anregung des Lymphabflusses
  • Anregung des Immunsystems
  • sanfter, Kreislauf schonender Aderlass

Bei welchen Beschwerden/Krankheiten werden Blutegel eingesetzt?

  • Besenreiser, Krampfadern (Varizen)
  • Venenentzündung (Thrombophlebitis)
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Mittelohrentzündung (Otitis media)
  • Rachen- und Mandelentzündung (Angina)
  • Hörsturz, Tinnitus
  • Durchblutungsstörungen
  • Brustfellentzündung (Pleuritis)
  • Gallenblasenentzündung (Cholezystitis)
  • Brustentzündung (Mastitis)
  • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis)
  • Arthritis, Arthrose
  • Verhärtung der Muskulatur (Myogelosen)
  • Fibromyalgie
  • Entzündungen der Haut (Furunkel, Abszesse)
  • Prellungen, Quetschungen

Wann dürfen Blutegel nicht eingesetzt werden (Kontraindikationen)?

  • Bluter (Hämophilie)
  • Patienten, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen (z.B. Heparin oder Marcumar)
  • fortgeschrittene Lebererkrankungen
  • schwere Blutarmut (Anämie)
  • schwere Auszehrung (Kachexie)
  • ausgeprägte Immunschwäche (z.B. AIDS)
  • Patienten, deren Immunsystem durch Medikamente abgeschwächt wird (starke Immunsuppression, z.B. Zytostatika oder > 30 mg Cortison/Tag)
  • extreme Allergiker, besonders gegen Eiweiße
  • Wundheilungsstörungen (z.B. Ulkus cruris bei Diabetikern)
  • Quecksilbervergiftungen (Hirudin verstärkt Giftwirkung)

Ist die Blutegel-Behandlung schmerzhaft?

Da der Blutegel von Natur aus von seinem Wirt nicht bemerkt werden möchte, raspelt er sich vorsichtig mit seinen 3 sternförmig ausgerichteten Sägeleisten (mit jeweils ca. 80 winzig kleinen Kalkzähnchen) in die Haut bis zu einem kleinen oberflächlichen Blutgefäß.
Patienten empfinden den Biss bzw. das Saugen entweder als völlig schmerzfrei oder wie "Brennnesselstiche", "Mückenstiche", "ein leichtes Ziehen" oder "Einstich einer kleinen Injektionsnadel".

Nach der Behandlung kommt es gelegentlich zu einem leichten bis stärkeren Juckreiz, der durch die histaminähnlichen Substanzen verursacht wird. Wird der Juckreiz als unangenehm empfunden, helfen Apis C 30, Magerquark- oder Eigenurinumschläge.

Ferner entstehen Rötungen und kleine Schwellungen im Bereich der Saugstelle, die bei Ruhe schnell verschwinden.


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