
Ähnlich wie die Pulsdiagnose stellt die Zungendiagnose ein wesentliches Kriterium der traditionellen chinesischen Diagnostik dar. Von der Zunge ist seit alters her bekannt, daß sich an ihrer Oberfläche innerkörperliche Zustände und Funktionen wiederspiegeln. Die an der Zungenschleimhaut zutage tretenden vielfältigen Veränderungen - Beläge, Verfärbungen, Austrocknung, Zerklüftung Impressionen und anderes - lassen Rückschlüsse auf den Funktionszustand des Körpers und insbesondere auch auf einzelne Organfunktionssysteme zu.
Bei akuten Krankheitszuständen betreffen die Veränderungen meist das Gesamtbild der Zunge. Arealbegrenzte Veränderungen finden sich eher bei chronischen Erkrankungen und können auf ein bestimmtes Organ hinweisen. Neben der Zungenoberfläche spielt der Zungenkörper selbst für die Diagnostik eine wesentliche Rolle. Form, Haltung, Farbe, Beweglichkeit und Feuchtigkeitszustand sind die wichtigsten Kriterien, die es zu beurteilen gilt.
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