Das tut gut! Alle viere von sich strecken und sich von Kopf bis Fuß durchmassieren lassen. Daliegen und nichts anderes als Streicheleinheiten empfangen. Wem gefällt das nicht?
Berührungen sind lebensnotwendig. Frühgeborene, die regelmäßig gestreichelt werden, entwickeln sich besser und sind gesundheitlich stabiler als Frühchen ohne persönlichen Kontakt. Die Massage beeinflusst den ganzen Körper, regt etwa die Ausschüttung von Hormonen im Verdauungstrakt an, so daß Nährstoffe besser verarbeitet werden können. Die sanfte Flut der Berührungen macht die Säuglinge unempfindlicher gegen Geräusche, sorgt für tieferen Schlaf und beseitigt Atemstörungen. Der Tastsinn, der unsere ersten Erfahrungen und Gefühle am meisten prägt, fördert auch die Vernetzung von Nervenzellen im Gehirn.
Studien belegen, daß Massage nicht nur den Pegel der Stresshormone im Körper senkt, sondern sogar eine Gegenreaktion in Gang setzt. Im Gehirn wird Oxytocyn ausgeschüttet, so eine Theorie, ein Hormon, das beim Stillen oder auch beim Orgasmus den Körper überflutet.
Daß Massagen Verkrampfungen lösen können und gleichzeitig in Haut und Muskeln die Durchblutung und den Stoffwechsel anregen, leuchtet selbst medizinischen Laien ein. Das Geheimnis der uralten Heilmethoden aber liegt in ihrer magisch anmutenden Fernwirkung über ein Netzwerk von Nerven oder Energiebahnen:
Erfahrene Masseure beherrschen die Kunst, über Druckpunkte oder Linien an Fußsohlen, Handflächen oder Rücken die Funktionen von Leber, Magen oder Nasennebenhöhlen zu steuern.
Die asiatische Volksmedizin hingegen spricht von Meridianen, durch die Energieströme zu den einzelnen Organen fließen. Blockaden sollen sich durch Shiatsu oder Akupressur beheben lassen.
Betrachten wir Massage allgemein aus historischer Sicht, so können wir sagen, daß es sich um das "älteste Heilmittel" der Menschheit handelt. Allein aus dem Grunde, daß sich der Reflex im Menschen erhalten hat, automatisch an jene Stelle mit den Händen zu fassen, an denen Schmerz auftritt. So schreibt Kirchberg (1926) in seiner "Geschichte und Kritik der Massage und Heilgymnastik":
"Wie jeder Mensch instinktiv eine geschwollene und deshalb schmerzende oder gestoßene Stelle seines Körpers reibt oder drückt und so versucht, den durch die Spannung verursachten Schmerz zu mindern, so wird dieses instinktives Mittel wohl auch als Heilmittel zu allen Zeiten angewandt worden sein. Und wo aus der empirisch gewonnenen Heilkunst eine wissenschaftlich sich mit Theorien befassende Heilkunde wurde, wurde selbstverständlich auch dieses Heilmittel, die Massage, theoretisch ausgebaut und verwertet."
Seit etwa 4600 Jahren wird die Massage mehrfach als Heilmethode in der chinesischen Literatur erwähnt und als Unterrichtsfach an den medizinischen Schulen gelehrt. In der asiatische Medizin spricht von Meridianen, durch die Energieströme zu den einzelnen Organen fließen. Blockaden sollen sich durch Shiatsu oder Akupressur beheben lassen.
Auch im ägyptischen Reich findet man Darstellungen von Massage, z.B. auf einem Relief aus der 6. Dynastie um 2300 v.Chr..
Bei den Griechen galt die Gesundheit als das größte Geschenk der Götter. So sprach Sophokles: "Das Schönste von allem ist gerecht zu sein, das Beste ohne Siechtum zu leben."
Die römischen Ärzte übernahmen viele medizinische Grundkenntnisse der Griechen und bauten die Bäderheilkunde systematisch aus. Die Heilkraft der Quellen wurde hierbei in den Vordergrund gestellt. Angegliedert an die Baderäume gab es eine Vielzahl von Nebenräume für Massagen und Salbungen.
Die Anwendungen, die heute als klassische oder schwedische Massage bekannt sind, werden auf den Begründer des Zentralinstitutes für Heilgymnastik und Massage in Stockholm P.H. Ling (1776 - 1839) zurückgeführt.
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