Blasenentzündung: Zur Übergangszeit steigt das Risiko

Eine Blasenentzündung, die sogenannte Zystitis, ist unangenehm. Vor allem Frauen leiden darunter – einige nur selten, andere regelmässig. Verantwortlich sind in der Regel Darmbakterien, die durch die Harnröhre bis in die Blase gelangen und dort die typischen Symptome hervorrufen: häufigen Harndrang, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen und mitunter starke Unterleibsschmerzen. Das Risiko, an einer Blasenentzündung zu erkranken, ist in den Übergangsjahreszeiten Herbst und Frühling besonders hoch.

Blasenentzündung: Zur Übergangszeit steigt das Risiko
Bild: Blasenentzündung: Zur Übergangszeit steigt das Risiko

Wie entsteht eine Zystitis?

Verursacher einer Blasenentzündung sind bestimmte Bakterien, die natürlicherweise den Darm besiedeln und dort durchaus nützlich sind; für gewöhnlich sind das Escherichia coli-Bakterien (kurz E.coli-Bakterien) und Enterokokken. Gelangen sie aber aus dem Darm in die Scheide, etwa durch fehlerhafte Intimhygiene oder Geschlechtsverkehr, können sie die Harnröhre emporsteigen und so bis zur Blase gelangen, wo sie eine Entzündungsreaktion auslösen.

Eine Übertragung der Darmbakterien in die Scheidenregion muss aber nicht zwingend zu einem Harnwegsinfekt oder einer Blasenentzündung führen. Ausschlaggebend sind weitere Faktoren, die die Vermehrung und das Aufsteigen der Bakterien begünstigen. Ein geschwächtes Immunsystem, eine unausgeglichene Intimflora oder hormonelle Gründe können die natürliche Schutzbarriere des Körpers schwächen und so den schädlichen Bakterien den Weg freimachen.

Ist die Infektion erst einmal in Gang gesetzt, entwickeln sich schnell die typischen Symptome. Neben einem Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen kann auch eine leichte Inkontinenz auftreten. Die Zusammenhänge dazu sind hier gut erklärt.

Kälte und Zystitis

Der häufigste Auslöser für Zystitis, das E.coli-Bakterium, fühlt sich bei Temperaturen um die 37° Celsius am wohlsten. Da mag es paradox klingen, dass Blasenentzündungen ausgerechnet in der kühlen Jahreszeit Hochsaison haben. Aber es ist ganz logisch: Kälte bewirkt im Körper eine Drosselung der Durchblutung. Ziehen sich die Gefässe im Intimbereich zusammen, werden die Schleimhäute nicht mehr so stark befeuchtet – mit der Folge, dass die natürliche Schutzbarriere geschwächt wird. Bakterien wie das E.coli haben nun leichtes Spiel.

Die Gefahr, sich zu verkühlen, ist in den Übergangszeiten besonders hoch, da die Temperaturen häufig stark schwanken. Die Sehnsucht nach dem nahenden Sommer kann im Frühling ausserdem dazu verleiten, schon bei noch recht kühlen Temperaturen leichte Sommerkleidung zu tragen. Und im Frühherbst mag man sich vielleicht noch nicht von der Sommerstimmung und der entsprechenden Garderobe trennen.

Behandlung und Prävention

Zur Behandlung von Blasenentzündungen werden oft Antibiotika verschrieben. In schweren Fällen mag das sicher gerechtfertigt sein, doch ein übermässiger Einsatz der Medikamente birgt auch Risiken: In der Schweiz war bereits 2009 jeder fünfte E.coli-Stamm resistent gegen das am häufigsten gegen Blasenentzündungen eingesetzte Antibiotikum Cotrimoxacol, wie die NZZ berichtete.

Es ist daher ratsam, leichte Blasenentzündungen zunächst mit Hausmitteln zu behandeln. Wichtigste Massnahme: viel trinken. Besonders gut eignen sich Tees mit harntreibender Wirkung. Als solche natürlichen Diuretika wirken zum Beispiel Brennnesseln, rote Johannisbeeren, Wacholderbeeren oder Birkenblätter.

Gleichzeitig sollte der Unterleib immer warmgehalten werden. Besonders gut eignet sich hierfür Unterwäsche aus reiner Schurwolle oder, bei empfindlicher Haut, solche aus einem Wolle-Seide-Gemisch. Wolle reguliert das Hautklima besonders gut. Eine Wärmflasche kann bei akuten Schmerzen zusätzliche Linderung verschaffen.

Sind die Beschwerden nach drei Tagen nicht verschwunden oder haben sie sich sogar verschlechtert, sollte allerdings umgehend ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden, um eine Ausbreitung der Entzündung auf die umliegenden Organe zu verhindern.

Wer zu Blasenentzündungen neigt, kann auch präventiv einiges tun, um eine Ausbreitung der schädlichen Bakterien zu verhindern. Die richtige Intimpflege ist dabei ein ausschlaggebender Faktor. Ausserdem sollte der Beckenbereich immer ausreichend warmgehalten und Zugluft vermieden werden. In der Übergangszeit bietet sich die sogenannte Zwiebeltechnik an, bei der mehrere dünne Kleidungsschichten übereinander gezogen werden. Steigen die Temperaturen im Laufe des Tages, können die Schichten entsprechend reduziert werden.

Und generell helfen eine gesunde und vitaminreiche Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft, das Immunsystem zu stärken, sodass Infektionen keine Chance haben.

Photo by Tumisu on Pixabay


Letzte Änderung: 16.04.2020

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